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TRANSFORMING CITY REGIONS

Transforming City Regions

Amman-web

Fotos: Basheer Almufleh

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Die Aufarbeitung der historischen sowie der aktuellen räumlichen Entwicklung des Ruhrgebiets gewinnt im Zusammenhang mit dem fortschreitenden Strukturwandel und den Transformationsprozessen an strategischer Bedeutung. Die Agglomeration Ruhr nimmt dabei im Vergleich zu den meisten anderen Metropolräumen in Deutschland eine Sonderstellung ein: sie ist eine polyzentral organisierte Stadtregion ohne dominanten Kern, mit einer Vielzahl lokaler und regionaler Institutionen. Sie ist zugleich gekennzeichnet von vielschichtigen strukturellen Brüchen und Widersprüchen in nahezu allen Schlüsselbereichen, insbesondere der räumlichen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Erneuerung steht seit Dekaden auf der Tagesordnung, Vieles wurde dazu diskutiert, geschrieben, in Gang gesetzt. Es ist nicht zu verkennen, dass die Transformation länger dauert als erhofft, dass der Wandel weniger planmäßig verläuft als angenommen, dass Erneuerung nicht verordnet werden kann. Es wurde viel erreicht, aber womöglich zu wenig gewonnen.
Der Transformationsprozess ist jedoch bei weitem noch nicht abgeschlossen. Der Problemdruck ist weiterhin hoch, die Notwendigkeit einer umfassenden, verstetigten Erneuerung ist im Grunde unstrittig. Dazu soll eine verstärkte Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis verfolgt werden. Diese soll sich insbesondere eines Blicks über den Tellerrand bedienen: in dem eine internationale Perspektive aus der Region und in die Region eingenommen wird. Auch im internationalen Vergleich existieren keine Patentrezepte und Blaupausen dahin gehend, wie man spät- und postindustrielle Transformationen am besten umsetzt. Es gibt mehr oder weniger gut gelungene Beispiele, die ihre Akzente oft höchst unterschiedlich und auf sehr verschiedenen Ebenen setzen, nicht zuletzt unter dem Einfluss grundsätzlich verschiedener Rahmenbedingungen. Nur in wenigen Fällen sind es große Erzählungen, mächtige Narrative, mit denen Transformation erfolgreich ins Bild gesetzt werden. Es überwiegt das parallele, inkrementelle Arbeiten, das im günstigen Fall in einer gemeinsamen Perspektive zusammenläuft, wie es die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park zum Ziel hatte. Die große Erzählung birgt aber oft auch (Ent-)Täuschungen. Dieses Risiko galt nicht nur für die Aktivitäten der Vergangenheit, sondern trifft auch heute noch zu.
Das Projekt, das sich mit Transformationsprozessen und Strategien urbaner Erneuerung von polyzentrischen Stadtregionen auseinandersetzt, hat sich sich gemeinsam mit den Partnern folgende Ziele gesetzt:

  • Der Stand des Wissens zu regionalen Transformationsprozessen soll anhand des internationalen Vergleichs von Strategien und Konzepten im Umgang mit postindustriellen Räumen gebündelt und erweitert werden.
  • Die Eignung von polyzentrischen Regionen für eine nachhaltige Entwicklung soll beleuchtet werden, ebenso wie mögliche Barrieren und Konflikte.
  • Das Netzwerk „Ruhr 2020+.Hochschulen und Region“ soll um internationale Partner aus Wissenschaft und Praxis erweitert werden, um die themenrelevante Forschung in vergleichbaren Räumen stärker zu vernetzen und gemeinsame Forschungsprojekte vorzubereiten.
  • Die globale Wahrnehmung der Agglomeration Ruhr soll gestärkt und ausgebaut werden

Eine internationale vergleichende Perspektive kann dabei sehr hilfreich sein – weniger auf der Suche nach Rezepturen, sondern um den Wandel des Ruhrgebiets in einem breiteren Kontext einzubetten, und zugleich seine objektiv vorhandenen Spezifika richtig einzuordnen. Ein Ergebnis der 1. International Conference Transforming City Regions – The Agglomeration Ruhr in International Perspective – war, dass polyzentrische Raumstrukturen eine gute Basis für eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung sein können. Dieses Ergebnis ist in einem breiten Diskurs mit Akteuren unterschiedlicher Städte und Regionen erarbeitet worden. Zugleich ist die Erkenntnis gewonnen worden, einzelne Themenbereiche intensiver und fokussierter im internationalen Vergleich zu betrachten, insbesondere die Rolle des öffentlichen Raumes und der Integration. Zum öffentlichen Raum findet vom 22.-24.11.2017 eine internationale Konferenz in Amman/Jordanien „Reclaiming Public Space within Metropolitan Areas“ statt. Das Folgeprojekt „Urban Integration“ in 2018 soll den Fokus auf die Integration richten. Ziel dieses Symposiums ist, das vorhandene internationale Knowhow zu Integrationskonzepten zu reflektieren und – unter Einbeziehung von laufenden Konzepten in der Agglomeration Ruhr – Lösungsansätze  für eine integrierte Stadtentwicklung zu erarbeiten und deren Übertragbarkeit in andere Regionen und Länder zu prüfen.



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